AfD - Angst fressen Deutschland

von Ulrich Tekniepe (Kommentare: 0)

Parteienmarketing: Positionierungen um nicht Ausgesprochenes

files/Blogbilder/20140917-AfD.jpgGroße Erregung in der Politik. Die AfD („Alternative für Deutschland“) hat bei den letzten Landtagswahlen zweistellige Ergebnisse erzielt. Warum?

     In Deutschland regiert nicht die CDU/CSU, nicht die SPD, nicht die „Linke“. In Deutschland regiert die Angst. Die Angst vor Verlust, vor dem Verlust von tatsächlichen oder eingebildeten Besitzständen. Die AfD macht diese Verlustangst vage am Euro fest.

     Interessant in der Positionierung der AfD ist, dass sie damit auskommt, diese Angst indirekt anzusprechen. Ihre Forderung: „Mut“. Das Gegenteil von Angst, das, was alle Ängstlichen gern hätten. Das genügt. Es braucht kein Rezept gegen eine möglicherweise tatsächliche Verlustgefahr. Warum?

     Weil die anderen Parteien auch keines haben. Weil sie regieren, als wäre nichts. Weil sie die Angst nicht benennen. Dabei ist das „Augen zu und durch“ der Regierungsparteien selbst eine typische Angstreaktion. Das Wahlversprechen ist etwas wirrer: „Wir sitzen alle im selben Boot. Es gibt keinen Grund Schwimmwesten auszugeben.“ Man verteilt stattdessen Augenbinden. Die Passagiere sitzen mit verbundenen Augen im Dunkeln. Ich wollt', ich könnte das zeichnen.

     Die Angst regiert, und die Rezepte der erfolgreichen Parteien sind einfach: Mut oder Gemeinsamkeit im Dunkeln. In jedem Fall: Augen zu. Nur die Angst nicht beim Namen nennen.

 

PS

Die allgemeine Angst erklärt auch, warum die FDP jetzt auch beim Wähler nichts mehr zu melden hat. Sie war positioniert als die Partei der Unbekümmertheit, des frechen „Ich erhöhe“.

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