Dem Rauchertod näher

von Ulrich Tekniepe (Kommentare: 0)

Versucht Marlboro es noch einmal bei Kindern und Jugendlichen?

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Nachdem die sogenannte „Maybe-Kampagne“ nicht auf dem Verwaltungswege verboten werden konnte, hatte Philip Morris die Kampagne trotzdem zurückgezogen.

           Der meiner Meinung nach zutreffende Vorwurf war, sie richte sich speziell an Jugendliche. Das verbietende und vor Gericht unterlegene Landratsamt hatte allerdings nur eine kaum ernst zu nehmende Begründung aufgefahren.

           Jetzt kommt Marlboro mit einer abgeschwächten Version zurück. Es scheint also wieder darum zu gehen, Jugendliche für das Rauchen zu gewinnen. Konnte man „Don’t be a Maybe“ noch mit „Sei kein Weichei“ übersetzen, ist jetzt die Emotionalität auf den ersten Blick weiter zurückgenommen. Auf den ersten Blick: denn die Anzeigenmotive sagen ja nicht, wie an anderen Orten geworben wird, wo Jugendliche speziell angesprochen werden. 

files/Blogbilder/20160218-Marlb2.jpg           Aber vielleicht gibt „You decide“ nicht nur scheinbar die Waffen aus der Hand. Schließlich ist zweifelhaft, ob das rot-weiße Dreieck („Dach“) noch genügend Autorität hat, eine Entscheidung zu beeinflussen.

          Wie weit ist dieser tote Winkel doch vom - ebenfalls inzwischen toten – Cowboy entfernt. In den 1980-er Jahren geilten sich die Marlboro-Marketing-Männer noch daran auf, dass auch Werbeplakate ohne Produktnamen oder geöffnete Packung „funktionierten“. Ja, da lebte der Cowboy noch. Und zwar lebte er davon, dass die Zielgruppe mehr oder weniger mit den Cowboys von John Ford und John Wayne aufgewachsen war. Was kam danach?

           Jedenfalls keine Filme von großen Regisseuren mit großen Schauspielern, die ein rot-weißes Dreieck als Helden hatten.

           Kurz und gut: ich hoffe, die Arroganz, ja Hybris ("Is the sky the limit?"), der Marlboro-Marketing-Männchen ist größer als ihre Erfolg, Jugendliche zum Rauchen zu bringen.

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