Google, faz.net, Algorithmen und die Demokratie

von Ulrich Tekniepe (Kommentare: 0)

Wenn mich jemand fragt, wer deutscher Meister geworden ist, sage ich Bayern München. Warum nenne ich nicht den deutschen Meister im Curling?

(a) weil ich mich – wenn es um eine deutsche Meisterschaft geht und überhaupt - fast nur mit Fußball auskenne

(b) weil ich davon ausgehe, dass der Fragesteller das weiß oder vermutet und gerade deshalb mich fragt

(c) weil ich erfahrungsgemäß am ehesten nach dem Fußballmeister gefragt werde.

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Was ich beschrieben habe, ist ein Algorithmus.

Wie die Algorithmen, die eine Suchmaschine benutzt, beruht auch meiner auf mehr oder weniger gut begründeten Annahmen und einer subjektiven Auswahl von Kriterien. Das führt dazu, dass der eine oder andere Fragesteller (zunächst) nicht die gewünschte Information bekommt, obwohl sie mir vielleicht zugänglich ist. Ist das „undemokratisch“?

 

„Demokratische Gesellschaften beruhen auch auf dem freien Zugang zu Informationen“, schreibt mahnend ein Herr Stephan Noller auf faz.net zum Thema Google und Such-Algorithmen. Also, wenn man mich fragt und zuerst eine unerwünschte Fußball-Antwort bekommt, kann man auch jemand anders fragen. Z. B. einen, der immer nur an Curling denkt.

 

Selbst ein Monopol bei der Internet-Suche verstellt nicht den „freien Zugang“. Aber bestimmt den bequemsten.

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