Der alte Mann und das Gesetz

von Ulrich Tekniepe (Kommentare: 0)

 

Von Al Ries („22 immutable Laws of ...“) hören wir seit Jahren dieselbe alte Leier. Konvergenz in Produktentwicklungen hat keine Chance im Markt ("The Origin of Brands"). Es gibt inzwischen so viele Ausnahmen zu dieser Regel, dass man annehmen kann, dass es die Regel nicht gibt.

 

Das Schweizer Messer und der Leatherman, die Stereoanlage, der Kombi (sic!), die Gefrierkombination, der PC für Spiele, Emails, Video-Bearbeitung, Buchhaltung, Website-Verwaltung etc. Al’s letzter Einfall (Anfall?) von Produkt-Skeptizismus gilt dem iPhone. Er scheint zu denken, es sei ein Telefon mit allem möglichen Schnickschnack. Irrtum. Wie das Schweizer Messer ein verkleinerter Werkzeugkasten und kein Taschenmesser mit Schraubendreher, Feile, Schere etc ist, wie die Gefrierkombination nicht ein Kühlschrank plus Eisschrank ist – auch wenn der Name das nahelegt -, sondern ein Gerät, in dem u. a. Lebensmittel unter Zimmertemperatur aufbewahrt werden, so ist das iPhone ein Computer im Hemdtaschenformat. Und wenn erst mehr Nutzer auf Dateien und Programme zurückgreifen, die auf Webservern bereitstehen, wenn VoIP im Mobiltelefon nicht mehr von Mobilfunkunternehmen be- oder verhindert wird – und das ist recht bald (dank iPhone?), wird sich zeigen, dass das iPhone und seine Nachfolger]keine Mobiltelefone sind, die man mit Macs gekreuzt und dabei das meiste vom Mac verloren hat.

     Es ist nur zusammengewachsen, was zusammengehört. Denn was steht außer dem Mac auf dem Schreibtisch?

     Genau, das Telefon. Mr. Ries wird kaum, nur um Recht zu behalten, von mir verlangen, dass ich meinen ganzen Schreibtisch mitnehme, wenn ich in die U-Bahn steige. Aber das iPhone, das passt.

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