Mia san mia

von Ulrich Tekniepe (Kommentare: 0)

Aspekte der Marke FC Bayern

Solche Männer braucht eine der stärksten Marken im internationalen Fußball, die „beste Vereinsmannschaft der Welt“, der Triple-Sieger: der Vorstandsvorsitzende als Schmuggler vorbestraft, der Aufsichtsratsvorsitzende wegen schwerer Steuerhinterziehung angeklagt. Sie braucht sie, wenn es nach diesen Männern geht.

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Der FC Bayern ist ein eigener Kosmos. In einer Welt, in der die Rolle der Spiele im Verbund von „Brot und Spiele“ immer wichtiger wird, leistet der FC Bayern Großes. Deshalb haben die Manager, die mit der Justiz – rein privat – aneinandergeraten sind, auch die volle Unterstützung derer, die sich diesen modernen Zirkus leisten. Compliance-Regeln hin oder her. Es ist ohnehin noch nicht die Regel, dass ein Zirkus an einer Börse notiert ist.

Dabei ist der FC Bayern als Marke nicht zu unterschätzen. Sein Mission-Statement, die Selbstüberschätzung von Marke, Verein und Personal, „Mia san mia“ (= Das Gesetz bin ich?), ist mitverantwortlich für den Erfolg des FC Bayern. Und es wird – wie man dies ja schon immer vom Zirkus romantisiert hat – intensiv gelebt. So intensiv und selbstzweifelsfrei, dass der Aufsichtsratsvorsitzende nach einer Lobeshymne durch den delinquenten Vorstandsvorsitzenden von seiner eigenen Größe gerührt in Tränen ausbricht.

Unter den Fußballpräsidenten gab es schon immer buntschillernde Figuren, Eichberg, Löring etc. Die waren Mäzene. Die führenden Figuren beim FCB sind dagegen letztlich Vereinsfunktionäre. Und sie dürfen manchmal bei Vorständen von Audi und Telekom am Tisch sitzen. Alle Achtung. Da können einem schon die Tränen kommen.

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