Rauchertod – das Ende des Marlboro-Cowboys

von Ulrich Tekniepe (Kommentare: 0)

Der Western ist ein Filmgenre amerikanischer Heldenepen. Hier wird erzählt, „how the West was won“. Der Tod vieler „Guter“ gehört zum Western wie der Lungenkrebs zum Rauchen. Das war die bemerkenswerte Grundehrlichkeit der alten Marlboro-Markenwerbung. Jetzt ist er gestorben, der kranke Marlboro-Mann – an Atemnot.

files/Blogbilder/LA-Cowboy.01.jpgSeit kaum noch ein Mensch, der jünger ist als 50, mit klassischen Western aufgewachsen ist, hatte es der Kuhjunge immer schwerer, als Held zu gelten. Die Italo-Western der 1960-er und 1970-er Jahre – z. B. „The Good, the Bad, and the Ugly“, „My Name is Nobody“ - sowie die amerikanischen Spätwestern – „Unforgiven“ (1992), Brokeback Mountain“, (2005) - haben die Schwäche, den Illusionscharakter, des einstigen Helden hervortreten lassen. Hinzu kamen das Wissen um die Gefahren des Rauchens und die Ahnung von der Selbstzerstörung des Rauchers. Zuletzt war der „flavor“ im „Marlboro County“ gründlich verdorben. „Freiheit und Abenteuer“ waren Etiketten, von denen die Alten sich hatten täuschen lassen. Die Werbebeschränkungen bedeuteten, dass dem Dahinsiechenden endlich der Stecker aus der Beatmungsmaschine gezogen wurde.

Jetzt versucht Philip Morris, die Marke Marlboro neu zu beleben: mit einer Kampagne für Nikotin-Einsteiger, für Nicht-Aussteiger – „Don’t be a Maybe“. Die ist so unbelebt und steril, dass ich Hoffnung habe, sie besiegelt das Ende der Marlboro-Werbung in Deutschland. Mehr darüber demnächst. Jetzt erst einmal:

Rest in peace, cowboy.

 

Bild: Sunset Boulevard 1993: Der Cowboy in den Hintergrund gedrängt

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