
California, Labor Day weekend... early, with ocean fog still in the streets, outlaw motorcyclists wearing chains, shades and greasy Levi's roll out from damp garages, all-night diners and ... |
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Harley Days in Hamburg. Immer wieder was für Auge, Ohr und Nase. Wenn man nicht näher dran sein will.
Mehrere 10.000 nahmen heute an der „Parade“ (Hamburger Abendblatt) teil. Die Parade war eine Mischung aus Karnevalszug in Köln und Mai-Parade in Moskau. Man zeigt, was man hat, und man fühlt sich ganz toll stark.
Was gab es zu sehen?
Motorräder
Ge-chopped war kaum einer der Chopper. Fast alle waren aufgemotzt, glänzten und glitzerten wie das Badezimmer der Michels nach dem Putztag.
Fahrer und Mitfahrer
Man trägt Uniform. Schwarz, Leder oder Goretex. Man trägt Helm, Wikinger oder Police ("Wollen wir Räuber und Gendarm spielen?"). Man trägt Bart, Handfeger oder Sparkasse. Man ist Schwein, HOG bzw. Harley Owners Group.
Was gab es sonst noch?
Zu schmunzeln. Stand Harley nicht mal für das Rebellische? Irrtum. Marlon Brando fuhr im Film "The Wild One" (sic!) eine Triumph. Harley stand für „Outlaws“. Völlig unromantisch, eher passend realistisch war der Name eines der Führer der Hells Angels in den 60-er Jahren in Oakland: „Child Molester“ (s. Hunter S. Thompsons Reportage „Hells Angels“). In „Easy Rider“ saßen Klein-Dealer mit spießbürgerlichen Träumen auf Harleys.
Heute sind es überwiegend Männer ab 50, die „es geschafft haben“. Die das machen, was so viele am Sonntag machen. Eine Fahrt ins Grüne oder ins Blaue.
Eine glitzernde Harley am Sonntag erinnert mich an einen frisch gewaschenen Opel Rekord an einem Sonntag vor 40 Jahren.
Was hiervon haben die Markenstrategen beabsichtigt? Gibt es die überhaupt, Markenstrategen bei Harley?
Die Werber, die die LBS-Kampagne machen, haben es möglicherweise erkannt. Der moderne Spießer hat früher Rebellion geträumt. Verwirklichen will er Eigenheim. Jetzt sogar mit Riester. Gibt es bald auch die Riester-Harley?
„Komm, Fury, wie wär’s mit einem kleinen Ausritt?“
PS
Der Text unter dem Bild ist der erste Satz aus Hunter S. Thompsons "Hells Angels"
Ulrich Tekniepe 22.06.2008
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